Hamburger Badminton Verband

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Interview Mit Inken Wienefeld und Patrick Kämnitz

10.11.09

Das Interview anlässlich der Nominierung zur Jugend-WM in Malaysia mit Inken Wienefeld und Patrick Kämnitz

Liebe Inken, lieber Patrick,

in Eurer noch jungen Karriere ist die Nominierung zur Jugend-WM sicherlich ein großer Schritt, was bedeutet es für Euch persönlich, was für eure Karriere?
Inken
: Es ist ja ein großes Event, deshalb bin ich sehr stolz.
Patrick: Ich bin stolz drauf, in Malaysia spielen zu dürfen; dieses Turnier ist das Wichtigste in der Jugend, das man erreichen kann. Speziell für die Europäer ist es gut, die asiatischen Spieler kennenzulernen, wo sind sie besser, wo haben wir Europäer noch Defizite.
Seht Ihr diese Nominierung als eine Bestätigung Eurer Leistungen und der Zeit, die Ihr in Eure Karriere investiert habt?
Inken
: Diese Nominierung ist auf jeden Fall eine Anerkennung meiner Leistung, die ich im letzten Jahr gezeigt habe.
Patrick: Auf jeden Fall, wie ich es schon gesagt habe, ist dieses Turnier sehr wichtig und deshalb bin ich auch froh, dabei sein zu dürfen.
Habt ihr Eure Nominierung erwartet (wieso), oder kam es mehr überraschend?
Inken
: Ich habe es eigentlich schon erwartet, immerhin sind Isabel und ich das stärkste Damendoppel in Deutschland.
Patrick: Erwartet habe ich es nicht, da es in Deutschland eine große Konkurrenz gibt, aber ich habe natürlich darauf gehofft, dass mir die Bundestrainer ihr Vertrauen aussprechen.
Wie haben Eure Familien/Freunde auf diese Nominierung reagiert?
Inken
: Die waren natürlich sehr stolz auf mich, weil diese Nominierung etwas sehr Großes ist!
Patrick: Meine Familie hat mich ja von Anfang an unterstützt und hat sich auch dementsprechend gefreut.
Die WM findet in Malaysia statt, auf der anderen Seite der Welt, Ihr seid immerhin mehr als zwei Wochen unterwegs, wie anstrengend ist solch eine Reise?
Inken
: Soweit war ich noch nie wegen Badminton weg und es ist sicherlich immer sehr anstrengend, wegen des Jetlags, der Klimaumstellung und des anderen Essens.
Patrick: Es ist sicherlich immer anstrengend, wenn man zu einem Turnier anreist, man kommt in eine neue Umgebung, es herrscht dort ein anderes Klima und man muss sich dort dann auch erst einmal an die Halle anpassen. Grundsätzlich ist es auch immer schwieriger, im Ausland zu spielen als zu Hause in bekannter Umgebung, aber es gehört dazu, wenn man ein erfolgreicher Badmintonspieler werden möchte.
Merkt man diese Aufregung auch auf dem Spielfeld?
Inken
: Man merkt es schon irgendwie auf dem Feld, es ist halt mal was anderes als eine deutsche Meisterschaft.
Patrick: Auf dem Spielfeld ist man zu sehr auf das Spiel fixiert, um sich von anderen Dingen ablenken zu lassen, es ist mehr das Drum Herum.
Habt Ihr vielleicht auch Ängste/Befürchtungen?
Inke
n: Man hat natürlich immer die Befürchtung, dass man schlechte Leistung bringt. Hinzu kommt, dass es in der Region gefährliche Krankheiten gibt und dann noch die Naturkatastrophen.
Patrick: Die Erwartungen sind von Seiten der Bundestrainer sehr hoch, da wir auch eins der besten Teams in Europa sind, vielleicht auch das beste Team und deshalb werde ich mein Bestes geben. Eine der größten Befürchtungen ist, dass die Asiaten einen großen Abstand zu uns Europäern haben.
Habt Ihr Euch Ziele gesetzt für die WM oder für danach?
Inken
: Es wäre schön wenn man ein, zwei Spiele gewinnen kann, aber weiter habe ich noch nicht gedacht. Für danach ist ein Ziel, bei der Europameisterschaft einen Podestplatz zu erreichen.
Patrick: Für die WM ist mein Ziel mich gut zu präsentieren, gute Spiele zu zeigen und soweit wie möglich zu kommen. Vielleicht auch bester Deutscher oder Europäer im Herreneinzel zu werden.
Was wäre Euer Wunsch, was Ihr irgendwann mal erreichen möchtet?
Inken
: Man kann sich natürlich so Ziele wie die Olympischen Spielen setzten, aber das ist ja irgendwie weit hergeholt, aber ein „Wunsch“ wäre das schon.
Patrick: Ein nahes Ziel wäre, die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen, und bei der kommenden Europameisterschaft eine Medaille zu holen. Ein größerer Wunsch wäre die Teilnahme an Olympia.
Was war bis vor Eurer Nominierung Euer größter Erfolg?
Inken
: Der Doppeltitel bei den Six-Nation der Junioren in diesem Jahr.
Patrick: Die Länderspiele gegen Dänemark, die wir als erstes deutsches Team gewonnen haben. Besonders die Teamerfolge erfreuen mich am meisten, daher waren mir diese Erfolge sehr wichtig.
Seit wann spielt Ihr schon Badminton?
Inken
: So seit 2001 glaube ich.
Patrick: Eigentlich seit ich denken kann, seit ich drei oder vier Jahre alt bin.
Wann hast Du Dich denn dazu entschlossen, Badminton nicht nur zum Spaß zu betreiben, sondern professionell?
Patrick
: Durch meine Familie kam das eigentlich ganz von alleine, da in meiner Familie früher schon einige erfolgreich waren. Hinzu kamen die frühen Erfolge. Irgendwann habe ich mich dann entschlossen, nach Hamburg zu kommen, weil es hier einfach sehr gute Trainingsmöglichkeiten gibt und ich mich in Jena nicht mehr weiter entwickeln konnte.
Badminton ist sicherlich ein großer Teil Eures Lebens, habt Ihr denn auch noch Zeit für andere Hobbys?
Inken
: Natürlich versuche ich mich, mit Freunden zu treffen und ich mich neben dem Training mal zu entspannen, aber Badminton nimmt schon viel Zeit ein.
Patrick: Also ich treffe mich gerne mit meinen Freunden, ansonsten erhole ich mich.
Was ratet Ihr jungen Spielern damit sie einmal so erfolgreich sind wie Ihr?
Inken
: Das Umfeld muss stimmen, das finde ich ganz wichtig, die Familie muss dahinter stehen und unterstützend wirken. Die Schule sollte auch nicht zu kurz kommen und die Freunde müssen halt auch mal akzeptieren, dass man an einigen Wochenenden nicht da ist, weil man ein Turnier hat. Und ganz WICHTIG ist auch, dass man immer 100 Prozent gibt.
Patrick: Es kann jeder Erfolg haben, der sich anstrengt, allerdings bedarf es auch Talent, um es am Ende auch in der Welt zu etwas zu bringen. Man muss den Sieg aber grundsätzlich mehr wollen als die anderen. Und auch im Training ist es wichtig, nicht zu sehr auf die anderen Spieler zu achten, was die machen, sondern bei jedem Training alles zu geben um sich zu verbessern. Und man darf nicht aufhören, auch wenn es mal nicht läuft.
Wer ist Euer Vorbild, mit wem würdet Ihr gerne mal Badminton spielen?
Inken
: Es gibt eigentlich keinen konkreten Menschen, nur einige Charakterzüge, die ich bewundere.
Wenn es jemanden gibt der Euch am meisten unterstützt hat bei Eurer Karriere, wer wäre das und was würdet Ihr ihm/ihr gerne sagen?
Inken
: Das waren meine Eltern, die sehr viel für mich getan und mir so gut wie alles ermöglicht haben.
Patrick: Also mein Opa sicherlich, der hat mich immer sehr doll unterstützt, das war schon früher so. Und natürlich auch meine Familie. „Danke Opa!“
Wenn Ihr Eure Sportart in einem Satz kurz beschreiben müsstet, wie würde dieser Lauten?
Inken
: Badminton mach ganz viel Spaß und man lernt immer neue Leute kennen und jedes Spiel ist wieder etwas anderes, es wird nie langweilig.
Patrick: Badminton ist eine harte Sportart, man braucht einiges an Talent, um sich in die deutsche Spitze vorzukämpfen.
Gibt es noch etwas das Ihr den Lesern gerne sagen würdet?
Inken
: Ich möchte mich gerne mal bei meinen Trainern bedanken und bei der Gruppe die mich immer sehr unterstützt.
Patrick: Mit gefällt es in Hamburg, das Training ist sehr, sehr gut, man könnte sogar sagen hier bekommt man das beste Jugendtraining in ganz Deutschland. Natürlich liegt das an den Trainern und am Verband, das findet man nicht überall in Deutschland! Ich fühle mich hier wohl.

Der Hamburger Badminton Verband bedankt sich für dieses Interview und wünscht Euch viel Erfolg in Malaysia!

(N.G.)

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