Hamburger Badminton Verband

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Deutsche Jugend Meisterschaften: 3 mal Gold für Hamburg

14.02.11

Eine Woche nach den Erwachsenen trafen sich die besten jugendlichen Badmintonspieler Deutschlands, um ihre Meister zu ermitteln. Die Besten aus Hamburg kehrten mit 3 Titeln aus Duisburg zurück:

Isabel Herttrich - Deutsche Meisterin U19 im Mixed und Doppel

Inken Wienefeld - Deutsche Meisterin U19 Doppel

Franziska Volkmann - Deutsche Meisterin U17 Doppel

Alle drei konnten ihre im Vorjahr gewonnen Titel verteidigen - Herzlichen Glückwunsch !

Die Deutschen Jugendmeisterschaften 2011 waren wie schon im Vorjahr sehr erfolgreich. Hinter dem größten Landesverband NRW (ca. 55.000 Mitglieder - 9 Goldmedaillen) schloss die Jugend des Hamburger Badminton Verbandes (ca. 2.800 Mitglieder = 1/20 NRW) gleichauf mit dem LV Hessen mit 3 Goldmedaillen diesmal sogar als zweitbester Landesverband ab - zusätzlich wurde noch 1x Silber und 3x Bronze gewonnen. Dabei standen die Vorzeichen bei weitem nicht so günstig wie im Vorjahr. NRW dominierte die Deutschen Ranglisten, in 14 von 17 Ranglisten von U13 bis U19 waren sie führend, unsere eigenen Ranglistenergebnisse waren sehr durchwachsen und unsere Top-Athletinnen Inken Wienfeld und Isabel Herttrich steckten mitten im Abiturstress. Das Trainerteam um Diemo Ruhnow, Jacek Hankiewicz, Marianne Flato, Maurice Niesner, Thorsten Flato und Stefan Gundelach ließen trotz dieser Vorzeichen nichts unversucht, um beginnend mit dem Weihnachtslehrgang die letzten 5 Wochen vor den Meisterschaften das Training noch einmal zu optimieren und auf den 1. Saisonhöhepunkt "Deutsche Meisterschaft" auszurichten.

Folgende Athleten vom Hamburger Stützpunkt qualifizierten sich für die Meisterschaften:

in U19:
Martin Zhang
Rasmus Zander
Sophie Quach
Bente Eichhorn
Katrin Schadlowski
Inken Wienefeld
Isabel Herttrich

in U17:
Franziska Volkmann
Marc Flato
Jonas Förtsch
Julia Bantin

in U15:
Yvonne Li (U13)
Jan Völker (U13)
Julia Bömelburg
Bjarne Geiss (SHBV)


Bericht der Altersklasse U19

Martin Zhang bot in Herreneinzel eines der spannendsten Spiele des Turniers - mit 29:27 konnte er sich gegen Niklas Nymczik im dritten Satz durchsetzen - eine sehr gute Leistung zeigte er auch gegen den späteren Deutsche Meister Kai Schäfer, war letztendlich im Achtelfinale aber chancenlos. Im U19-Herrendoppel mit Rasmus Zander zeigten die beiden eine durchwachsene Leistung und verloren diesmal knapp in drei Sätzen gegen eine bayrische Paarung. Im Mixed hatte Rasmus mit Partnerin Sophie wahres Auslosungspech, sie mussten gegen Isabel und Max Schwenger antreten und waren gegen die WM-Bronzemedaillengewinner ohne Siegchance. Sophie trat das Turnier etwas geschwächt an, ein grippaler Infekt legte sie 10 Tage vor den Meisterschaften außer Gefecht, konnte gegen ihre Doppelpartnerin Lea Stremlau (NRW) in der ersten Runde des Dameneinzels eine gute Leistung zeigen und zumindest den zweiten Satz lange offen halten. Der Focus für Sophie lag auf dem Damendoppel - leider war uns auch hier die Auslosung nicht hold, so musste Sophie mit Partnerin gegen Bente und Katrin antreten - somit war zwar eine Hamburger Paarung sicher weiter, aber leider auch für eine in der erste Runde Endstation. Bente und Katrin zeigten im ersten Satz eine sehr gute Leistung, verloren dann aber gegen Sophie und Lea 22:20 diesen Satz und mussten dann auch den zweiten Satz abgeben. Im Viertelfinale lag dann eine kleine Sensation in der Luft. Sophie und Lea konnten gegen die an Position 3 gesetzten Bayern Bellenberg/Kunzmann den ersten Satz nach absoluter Top-Leistung gewinnen. Leider realisierten die beiden dann, dass plötzliche eine Medaille "drin" war und Nervosität schlich sich ein. So wurde der zweite Satz knapp verloren und auch im dritten Satz nach 11:6 Führung musste diese noch abgegeben werden. Aus der kleine Traum von einer Medaille, was aber mit Sicherheit bleibt, ist die Erinnerung an eine sehr gute Leistung. 

Auf der anderen Seite des Tableau kämpften sich Inken und Isabel relativ locker ins Finale, die vermeintlich große Hürde Beutler/Ebersbach wurde einfach genommen. Im Finale konnte Kattenbeck/Bonnie den beiden zwar einen Satz abnehmen, aber der Sieg im dritten Satz war nie gefährdet und somit schafften es Inken und Bell das vierte Jahre in Folge die Damendoppeltitel ihrer Altersklasse für sich zu buchen. Ähnlich wie im Doppel spazierte Isabel mit Partner Max Schwenger ins Finale im Mixed, nach knappen ersten Satz (21:19) konnten die beiden einen 14:6 Rückstand wieder egalisieren und ebenfalls mit 21:19 den zweiten Titel für Hamburg sichern. Für ihre Leistung im Mixed und Doppel wurde Isabel zusätzlich zur Spielerin des Turniers gewählt, zusammen mit Max gabs es noch den Pokal als beste Nachwuchsspieler 2010 - beide holten zusammen die erste Bronzemedaille bei einer Jugend-WM für Deutschland im April in Mexico. Im Dameneinzel U19 hatte Inken eine undankbare Auslosung - nur an Position 4 gesetzt traf sie nach glatten Siegen auf Fabienne Deprez, Deutschlands Nr.3 im Dameneinzel der Erwachsenen. Inken konnte mit guter Leisung den ersten Satz bis zu Pause offen gestalten, verlor dann aber glatt in zwei Sätzen. Spiel verloren, dennoch Bronze gewonnen - in Kombination mit dem Doppelgold sowie der Bronzemedaille im Damendoppel bei den Erwachsenen aber trotzdem ein grandioser Erfolg. Nicht vergessen bei den U19-Leistungen darf man zudem eines - alle Eliteschüler haben in den 2 Wochen vor der Deutschen Meisterschaft nicht nur im Training alles gegen, sondern "nebenbei" ihr schriftliches Abitur absolviert - schon diese Doppelbelastung allein verdient gehörige Anerkennung.

 

Bericht der Altersklasse U17

In U17 galt es für Julia Bantin als Erstjährige wertvoller Erfahrungen für das nächste Jahr zu sammeln. Zusammen mit ihrer Partnerin aus Niedersachsen musste sie eine knappe Drei-Satz-Niederlage hinnehmen, im Einzel dagegen konnte sie gegen die ein Jahr ältere Nina Krebs ein sehr gutes Spiel abliefern und zog verdient in die nächste Runde ein. Dort wartete ihre an Nummer 5 notierte Doppelpartnerin, die ihr leider an diesem Tag noch keine Chance lies. Ähnlich erging es Jonas - im Doppel der Altersklasse U17 mit Marc Flato kamen die beiden nie richtig ins Spiel und mussten eine Niederlage in der ersten Runde gegen die NRW-Kombination Scherpen/Sentek hinnehmen, im Einzel gelang Jonas ein Erstrundensieg, musste dann aber die Überlegenheit des an Nummer 2 gesetzten Marc Bayerly aus NRW anerkennen. Im Mixed spielten Marc Flato und Franziska Volkmann ein gutes Turnier. Im verflixten ersten Spiel des Turniers zeigten sie eine tadellose Leistung und gaben in beiden Sätzen nur 17 Punkte ab. Im zweiten Spiel trafen sie auf Roth/Käpplein, die zu den Mitfavoriten auf den deutschen Meistertitel galten. Nach knapp verlorenem ersten Satz konnten die beiden sich steigern und den Entscheidungssatz erzwingen. Hier hielten Franzi und Marc das Spiel lange offen, konnten dann aber die letzte Schlussphase nicht mehr so konzentriert aufspielen wie im zweiten Durchgang. Trotz der Niederlage muss man anerkennen, dass Franzi und Marc gegen die späteren Deutschen Meister ihre beste Jahresleistung zeigten, so dass das knappe Ergebnis auch als Erfolg zu werten ist. Im Einzel traf Franziska nach holprigem Auftakt und Drei-Satz-Sieg auf Theresa Wurm. Nach mäßigem Start musste sie Satz 1 abgeben, konnte sich dann aber deutlich steigern und zeigte ihr Potential in der Disziplin Einzel. Nach gewonnen zweiten Satz schaffte sie es nicht, die leichten Fehler aus der Anfangsphase auszugleichen und verlor knapp im dritten Satz. Im Doppel mit Annika Dörr war Franziska als Titelverteidiger nur an Position 4 gesetzt und die Auslosung denkbar ungünstig - auf dem Weg zum Titel müssten die beiden gegen drei Paarungen gewinnen, gegen die die beiden im Laufe der Saison schon verloren hatten. Das erste Spiel wurde im Stile eines Titelverteidigers souverän mit 21:4 21:5 gemeistert, nun wartete aber mit Hacks/Krebs die erste starke Paarung im Viertelfinale. Der erste Satz war bis zum Ende ausgeglichen, leider ging dieser knapp in der Verlängerung an die NRWler, Satz 2 und 3 wurde dann aber dank taktische Raffinesse sicher gewonnen. Das Halbfinale und damit das Minimalziel Medaille war gesichert. Nun ging es gegen die Paarung Horbach/Pohl - die letzten drei Begegnungen wurden verloren.  Das aus Niederlagen gelernt werden kann, bewiesen die beiden Mädels in eindrucksvoller Weise, nach sicher gewonnenem ersten Satz ging auch im zweiten Satz die Taktik voll auf, zwischenzeitlich führte man 14:1 und konnte letztendlich in eindrucksvoller Weise die an Eins gesetzten NRWler mit 21:15 21:6 nach Hause schicken. Im Finale wartete dann mit Näfe/Behrens eine weitere starke und unberechenbare Paarung auf Franziska und Annika - aber auch hier zeigten die beiden eine perfekte Leistung und ließen die beiden Berliner nie in das Spiel kommen: zwei mal 21:14 und damit Titelverteidigung. Der dritte Titel für Hamburg!

 

Bericht der Altersklasse U15

In U15 konnte sich der Neuzugang an der Schule Alter Teichweg Julia Bömelburg in allen drei Disziplinen erstmalig für eine Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Dies ist allein war schon ein großer Erfolg. Trotz zweier Erstrundenniederlagen im Doppel und Mixed mit Partnern aus Brandenburg und Niedersachsen, konnte sich Julia insbesondere bei Sieg in der ersten Runde im Mädcheneinzel sehr gut verkaufen und wichtige Erfahrungen sammeln. Ebenfalls Deutsche Meisterschaftsluft durfte der U13er Jan Völker schnuppern. Zusammen mit Yvonne Li hatte er aber etwas Lospech und traf auf die topgesetzte Paarung Zieschang/Heim, wo die beiden gut mitspielten, aber nicht den Hauch einer Chance hatten. Yvonne Li, ebenfalls noch U13, konnte sich dagegen im Mädcheneinzel berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall machen. Im Einzel sowie auch Doppel mit Brenda Fernadin zog sie relativ locker ins Halbfinale der U15 Meisterschaft ein. Schon dies ist eine großartige Leistung für die 12-jährige Hamburgerin. Im Einzel traf Yvonne auf Julia Kunkel, Teamgefährtin von Yvonne in der Schülernationalmannschaft. Yvonne konnte das Spiel lange offen gestalten, begeisterte die Zuschauer des öfteren mit ihrem fintenreichen Spiel und ließ die Gegnerin einige Male ins Leere laufen. Leider konnte die zwei Jahre ältere Julia am Ende der Sätze jeweils ihre ganze Erfahrung ausspielen und entschied das Halbfinale für sich - trotzdem Bronze gewonnen! Im Doppelhalbfinale gab es den Kampf der U13er im U15er-Feld - alle vier zeigten ein hochklassiges Spiel, am Ende gingen Yvonne und Brenda verdient als Sieger vom Feld. Im Finale wartete dann wieder Julia Kunkel mit Partnerin auf Yvonne und Brenda - auch hier zeigten die beiden eine absolute Topleistung, konnten den ersten Durchgang für sich entscheiden, und fighteten auch in Satz 2 und 3 bis den kleinen U13ern die Kräfte ausgingen und die U15er aus Bayern mit 16:21 21:17 21:17 schließlich als Deutsche Meister vom Feld gingen. Nichtsdestotrotz als U13er Silber (und Bronze im Einzel) im U15-Feld zu gewinnen ist schon eine außerordentliche Leistung. Neben den Athleten des Hamburger Badminton Verbandes holte mit Bjarne Geiss ein weiterer Athlet aus der Eliteschule des Sports Alter Teichweg eine Medaille, im Jungendoppel U15 holte das schleswig-holsteiner Duo Geiss/Seifert die Bronzemedaille und unterlagen dabei im Halbfinale knapp im dritten Satz 22:20.

Zum Ende des Turniers wurde Isabel Herttrich mit zwei Siegen als Spielerin des Turniers ausgezeichnet und gewann zusammen mit Partner Max Schwenger u.a. für das erfolgreiche Abschneiden bei der Jugend-WM den Pokal für den besten Jugendspieler 2010 - neben den schon beschriebenen Turniererfolgen ein weiteres Highlight an dem Meisterschaftswochenende.

Alles in allem war das mitgereiste Trainerteam Diemo Ruhnow, Jacek Hankiewicz und Marianne Flato sowie Teambetreuerin Jeannine Westendorf äußerst zufrieden mit dem Abschneiden - 3 x Gold, 1x Silber und 3x Bronze - das kann sich sehen lassen.

Diemo Ruhnow

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